Zurück
Vor

Informationen & Service

 
Inhalt
 
Der leise Tod
Lange bevor es richtig brennt, entsteht der Brandrauch. Er breitet sich leise aus - mit tödlicher Wirkung. Menschen und Tiere, die schlafen, haben keine Überlebenschance, wenn sie nicht rechtzeitig gewarnt werden, flüchten können oder gerettet werden. Viele sind auch auf der Flucht vor dem Brandrauch ums Leben gekommen, weil sie sich falsch verhalten hatten.
  

Eigenschaften und Gefahren
Nur wer bereits einmal in einem stark verrauchten Raum auf dem Bauch herumgekrochen ist und dabei die Orientierung verloren hat, kann ermessen, welche Panik Menschen erfasst, die sich aus solchen Räumen retten wollen. Nicht die Flammen oder die Hitze wird dem Menschen zur tödlichen Gefahr, sondern der Brandrauch. Dieser tritt vorwiegend bei Schwelbränden auf, und diese machen 95% aller Brände im privaten Bereich aus. Daher können wir bereits einige Schlußfolgerungen ziehen :
  • Nicht überall wo Rauch ist, ist auch Feuer. Der Brandherd liegt im Keller, der Rauch ist jedoch bereits im ganzen Haus. Fazit: Rauch ist schneller als Feuer
  • Von den Flammen droht in diesem Fall keine unmittelbare Gefahr
  • Der Versuch, das Haus über die Treppe zu verlassen, wird scheitern
  • Ein zweiter Fluchtweg wäre jetzt von unschätzbarem Vorteil
  • Durch Schließen der Türen könnte man die Ausbreitung des Brandrauchs verlangsamen
  • Folge davon: Fluchtwege blieben längere Zeit begehbar
Weitere Eigenschaften des Brandrauches :
  • Er kommt lautlos
  • Er wirkt "einschläfernd"
  • Er wirkt erstickend
  • Er ist giftig, teilweise ätzend, behindert die Atmung
  • Er ist heiß. Temperaturen bis 800 Grad Celsius sind möglich
  • Er behindert oder nimmt die Sicht
  • Er erzeugt Angstgefühle
  • Dies wiederum lähmt die Entschlußfähigkeit
  • Er verhindert besonnenes Verhalten
  • Er zerstört Einrichtungsgegenstände
  • Er kann sog. Ultragifte erzeugen, die sich in Kleidern der Betroffenen festsetzen und so zu einer Gefahr für der Träger werden
Wer sich also noch in seiner Wohnung befindet und der Fluchtweg bereits versperrt ist, der muß sich in ein Zimmer zurückziehen, möglichst viel Türen zwischen sich und dem Feuer schließen und sich am Fenster bemerkbar machen.
  

Bestandteile
Der Brandrauch ist kein einheitlicher Stoff, sondern ein Gemisch von mehr oder weniger giftigen Substanzen. Seine Zusammmensetzung ist von folgenden Faktoren abhängig:
  • Art der brennenden Marterialien
  • Sauerstoffanteil
  • Höhe der Brandtemperatur
  • Branddauer
Während früher sich der Brandrauch hauptsächlich aus Rußpartikeln, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid zusammengesetzt hat, so muß heute bei der Vielzahl der Kunststoffe mit zusätzlichen Giften gerechnet werden:
  • Dioxine
  • Furane
  • Blausäure
  • Flurwasserstoffe
  • nitrose Gase
  • benzolartige Kohlenwasserstoffprodukte
  • Ammoniak
  • Phosgen
  • Schwefeldioxid
  • Formaldehyd
Diese Liste kann naturgemäß nicht vollständig sein, doch sind hier die immerhin wichtigsten Brandgase aufgeführt. Dieser Brandrauch gefährdet:
  • Betroffene
  • Einsatzkräfte (Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst)
  • Schaulustige
  • Anwohner (u.U. auch in anderen Stadt- / Orts-Teilen)
  • Tiere
  • Umwelt
  • Einrichtungen
  • Gebäude
Zum Glück ist der Mensch diesen Gefahren nicht schutzlos ausgeliefert. Durch bauliche Maßnahmen, Einrichtungen, Geräte und das richtige Verhalten im Brandfall hat jedermann die Chance, zu überleben.
  

Schutz vor Brandrauch
Warnanlagen und Geräte
  • Brandmeldeanlagen
  • Rauchmelder für den Wohnbereich
Atemschutz
  • Atemschutzgeräte der Feuerwehr
  • Brandfluchthaube
  • Be- und Entlüftungsgerät
Bauliche Maßnahmen
  • Rauchabschlusstüren
  • Brandabschnitte
  • Rettungswege
  • Fluchtleitsysteme
  • Rauchabzugsanlagen
Eigenes richtiges Verhalten
  • Sofort Feuerwehr alamieren
  • Haus verlassen
  • Türen schließen
  • Runter auf den Boden
  • Hinweise, Warnungen, Durchsagen beachten
  

Was tun bei Rauchvergiftung
Hier ist zunächst festzustellen, daß bei jeder Person, die sich ohne Atemschutzgerät im Brandrauch aufgehalten hat, mit einer Rauchvergiftung zu rechnen ist. Hinweiszeichen für Rauchgasintoxination:
  • Kratzen im Hals
  • Reizerscheinung an Schleimhäuten
  • Reizhusten
  • Kopfschmerzen, besonders an den Schläfen
  • Übelkeit, u.U. periodische Brechanfälle
  • Unruhe / Erregungszustände
  • Schwindel
  • Beschleunigung der Atmung
  • Beschleunigung des Pulses (tachycard)
  • Herzbeschwerden
  • Krämpfe
  • Atem- und Kreislaufstillstand
Wichtig: Vergiftungen durch nitrose Gase können sich erst nach 24 Stunden bemerkbar machen. Bei den ersten Anzeichen ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Erste Hilfe bei Rauchgasintoxination
  • Betroffenen außerhalb der Gefahrenzone hinlegen oder hinsetzen (atemerleichternde Sitzhaltung)
  • beengende Kleidung öffnen
  • Rettungsdienst alarmieren bzw. in Kenntnis setzen
  • Sauerstoffinhalation (von Fachkräften durchzuführen)

Bei Bewußtlosigkeit:
  • Atemkontrolle
  • Atmung vorhanden: stabile Seitenlage
  • Atmung ausgesetzt: Reanimation