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Informationen & Service

 
Inhalt
 
1. Allgemein
Brandmeldeanlagen dienen insbesondere der automatischen Früherkennung von Bränden sowie der Benachrichtung der zuständigen Gefahrenmeldestelle. Für eine effektive Schadenverhütung gegen Brände ist nicht nur eine leistungsfähige Brandbekämpfung notwendig, entscheidend für den entstehenden Schaden ist vielmehr die frühzeitige Branderkennung und Alarmierung.
  

2. Vorschriften
Insbesondere:
  • DIN VDE 0833 Teil 2 Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall, Festlegungen für Brandmeldeanlagen (BMA) (Juli 1992)
  • Ergänzungen und Zusatzanforderungen des Verband der Sachversicherer e.V. (VdS), (Festlegungen für Art, Anzahl und Ausführung der Melder, Verbindungsleitungen, Zentralen und Übertragungseinrichtungen sowie detaillierte Vorschriften dazu)
    • Weitere Bestimmungen z.B.: in:
    • Unfallverhütungsvorschriften
    • DIN- und DIN EN-Normen
    • Richtlinien der Feuerwehr
    • Ex-Schutz-Bestimmungen
    • Baurecht
  

3. Prinzipielle Aufgaben

Melden

  • Rauch
  • Schwelbrand
  • Feuer
  • Wärmeentwicklung
  • Störungen

Steuern

  • Alarmierungsmittel
  • Feuerschutztüren / -klappen
  • Rauch- und Wärmeabzug
  • Maschinen
  • Klima
  • Aufzug
  • Löschanlagen

Alarmieren

  • Feuerwehr
  • Sicherheitskräfte
  • Personal
  • Öffentlichkeit
  • Informieren
  • Bedienfeldanzeige
  • Lageplantableau
  • Drucker
  • Elektronische Einsatzdatei
  

4. Prinzipieller Aufbau

Prinzipbild
BMZ Brandmeldezentrale
FSK Feuerwehr-Schlüsselkasten
TK-Netz Telekommunikationsnetz
TWG Telefon-Wähl-Gerät
ÜE Übertragungseinrichtung
  

5. Melder

Nichtautomatische Brandmelder


Handdruckmelder

  • Treppenräume, Flure
  • Bereiche mit normaler Rauchentwicklung bei vorhandenem Personal
  • Bürobereiche

Freischaltelement

  • Das Freischaltelement kann außen an Objekten (Zufahrt oder Zugang) angebracht werden, bevorzugt in größerer Höhe (2,4 m), so ist es nur mit einem Steckleiterteil zugänglich.
  • Mit einem Schlüssel wird das Freischaltelement aktiviert bzw. gezogen und löst so Alarm aus.
  • Damit erhält die Feuerwehr einen gewaltfreien Zugang (über Aktivierung des Fw-Schlüsseltresors), wenn z.B. von außen ein Ereignis sichtbar geworden ist aber (noch) kein automatischer Brandmelder angesprochen hat.


Automatische Brandmelder


Optische Rauchmelder

  • üblich als Streulichtmelder
  • voraussichtlich bei oder vor Feuer Rauchentwicklung
  • Gefahr von Schwelbränden, Bränden elektr. Anlagen

Ionisations-Rauchmelder

  • Die Luft in der Ionisationskammer wird durch die Strahlung des radioaktiven Präparates ionisiert, wodurch ein Stromflußzwischen den Platten entsteht. Durch Rauchpartikel (auch sehr kleine oder unsichtbare) wird die Luft verunreinigt, Ionen lagern sich an Partikel an und der Strom verringert sich.
  • Anwendung wie beim optischen Rauchmelder, aber höhere Empfindlichkeit. Wegen der radioaktiven Präparate (Sondermüll!) und der Weiterentwicklung der optischen Rauchmelder geht ihre Anwendung zurück.

Flammenmelder

  • Reagiert auf Infrarot- oder Ultraviolettstrahlen von Flammen
  • Bereiche mit Rauchentwicklung im normalen Betriebsablauf
  • Bereiche, in denen mit Bränden ohne nennenswerte Rauchentwicklung gerechnet werden muß

Wärmemelder

  • Reagiert auf die beim Brand entstehende Wärme
  • Maximalmelder: bei Überschreitung eines Grenzwertes
  • Differenzmelder: bei Differenzen zwischen zwei Messpunkten
  • Differenzialmelder: bei Überschreitung einer Änderungsgeschwindigkeit
  • wenn im normalen Betriebsablauf mit Rauch und Flammen zu rechnen ist
  • wenn mit schnell ablaufenden Bränden zu rechnen ist (brennbare Flüssigkeiten)

Weitere Melderarten

Weitere spezielle Melderarten bzw. -ausführungen wie z.B. optische Melder mit Laserlicht zur Überwachung großr Bereiche oder Indikatoren mit Luftansaugung usw. sind für spezielle Anwendungen möglich.  
  

6. Brandmeldezentrale (BMZ)
Die Brandmelder werden von der Brandmelderzentrale mit Strom versorgt und melden dorthin Alarme. Moderne Melder mit Selbstüberwachung können auch Fehler melden. Die Anschaltung kann als Stern- oder Ring-Netz (oder Mischformen) erfolgen. Dabei können moderne Melder auch im Ringnetz die genaue Meldernummer (nicht nur die Alarm-Schleife) melden. Brandmelderzentralen gibt es in verschiedenen Größen und Bauformen (z.B. als Kompaktgerät oder als variabel erweiterbare Einheit), auch die Anzeigeelemte, Bedienung usw. sind nicht standardisiert. Die Brandmelderzentrale wertet eingehende Alarme (ggf. Störmeldungen) aus und steuert laut Programmierung Ausgänge an (siehe Übersichtsbild). Bei entsprechender Programmierung können Alarme eines Melders (wie auch Störsignale) nur dem betriebsinternen Leitplatz gemeldet werden, erst nach ansprechen eines zweiten Melders läuft der Alarm zur Leitstelle der Feuerwehr ("Zwei-Melder-Abhängigkeit"), so können Fehlalarme in kritischen Bereichen (z.B. gelegentliche Staubentwicklung) verhindert werden, allerdings steigt die Branderkennungszeit entsprechend an. Die Anzeige des betroffenen Melders bzw. der Meldergruppe kann mit Textanzeige, Leuchtentableau oder durch ein Lageplantableau erfolgen. Durch die BMZ werden üblicherweise angesteuert z.B.:
  • Örtliche Alarmierung (Hupen / Lampen / Durchsageeinrichtungen zur Gebäuderäumung)
  • Übertragungseinrichtung zu Leitplätzen und Leitstellen
  • Rauch- und Wärme-Abzugseinrichtungen (RWA)
  • verschiedene Löschanlagen
  • Klimaanlage
  • Brandschutztore, -klappen, -türen
  • Notbeleuchtung
  

7. Zubehör
Brandmeldeanlagen mit automatischer Alarmierung von Einsatzkräften der Feuerwehr müssen ber ein Feuerwehrbedienfeld und einen Fw-Schlüsseltresor verfügen. Außerdem müssen Pläne zum Auffinden der Melder oder Meldergruppen vorhanden sein. Das kann ein Gesamtplan sein, Laufkarten je Melder oder Meldergruppe oder ein Lageplantableau, das gleichzeitig der Anzeige des alarmierenden Melders / der Meldergruppe dient. Bei räumlich ausgedehnten Objekten muß der Feuerwehr eine Vorabinformation zur Orientierung vorliegen (Anfahrtplan, Lageplan, Einsatzplan).

Übertragungseinrichtung

Die Weiterleitung eines Brandalarmes kann über Standleitung oder Telefonwählleitung erfolgen.

Fw-Bedienfeld

Das Feuerwehrbedienfeld ist bei allen BMA einheitlich, es ist in der Nähe der BMZ installiert und gestattet es der Feuerwehr die Brandmeldeanlage mit einer einheitlichen Bedienoberfläche bedienen zu können.
  • Taste "Akustische Signale ab": Abschaltung der örtlichen Alarmierung (Klingel / Hupe / Lautsprecheranlage)
  • Taste "BMZ rückstellen": zurücksetzen der BMZ in Alarmbereitschaft, gespeicherte Alarme usw. werden nicht mehr angezeigt
  • Tasten "ÜE ab" und "ÜE prüfen": zum Prüfen der BMZ ohne Alarmweiterschaltung bzw. zum Prüfen der Übertragungseinrichtung ohne Alarmauslösung der BMZ

Feuerwehrschlüsseltresor / -kasten (FSK)

Durch den Schlüssel im Feuerwehrschlüsseltresor soll der Feuerwehr ein schneller und gewaltfreier Zutritt zum überwachten Objekt ermöglicht werden.
(Querschnitt FSK)
A Knopf mit Sollbruchstelle
B Anbohrschutzplatine, Heizung
C Microschalter
D Elektrische Verriegelung
E 6-asymmetrisches Doppelbartschloss;
F Objektschlüsselüberwachung
G Objektschlüssel
  

8. Vorgehensweise bei Alarm
  • Feuerwehr wird alarmiert
  • Feuerwehr öffnet von Hand die elektrisch entriegelte Außentür des FSK
  • Innentür mit FSK-Schlüssel aufschließen, ggf. Plombierung entfernen
  • Objektschlüssel dem Überwachungszylinder entnehmen
  • Innentür verschließen, Außentür zudrücken
  • Objekt aufschließen, Ursache des Alarms ermitteln
  • Einsatzmaßnahmen treffen
  • Brandmeldeanlage zurückstellen, Adapter hält FSK entriegelt weil Objektschlüssel fehlt
  • Objekt verschließen
  • FSK-Türen wieder öffnen, Objektschlüssel deponieren
  • Innentür abschließen, Außentür zudrücken