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Bei den nachfolgenden Hinweisen wurden die Empfehlungen der vom DIN einberufenen Arbeitsgruppen für Umweltfragen (Auszüge vom Beiblatt zu DIN EN 3, Stand 06/1992), des BMU/LAWA Fachausschusses "Gerätschaften und Mittel zur Abwehr von Gewässergefährdungen" (Stand 4/88) und des Beirats &quotLagerung und Transport wassergefährdender Stoffe" beim Bundesumweltminister berücksichtigt.
Diese Hinweise erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollten vielmehr der Aufklärung dienen.

Löschmittel Wasser und Wasser mit Zusätzen
Zur Verbesserung der Lösch- und Anwendungseigenschaften werden beim Wasser verschiedene Zusätze verwendet. Diese Zusätze sind z. B. geringe Mengen unterschiedlicher Tenside, verschiedene anorganische Salze, wie Pottasche, Magnesium-, Calcium- und Natriumchlorid, Alkohol und diverse Arten der Tonerde. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung und der geringen Mengen des Löschmittels in den einzelnen Feuerlöschern bestehen jedoch für Einsätze und Übungen keine Bedenken.

Schaumlöschmittel
Beim Üben und Erproben von Schaumlöschmitteln sind die nachfolgenden Empfehlungen des BMU/LAWA Ausschusses "Gerätschaften und Mittel zur Abwehr von Gewässergefährdungen" (Stand 4/88) zu beachten:
Schaum ist ein unverzichtbares, gleichwohl spezielles Einsatzmittel der Feuerwehren. Deshalb müssen sowohl der Ausbildungs- und Übungsdienst bei den Feuerwehren, als auch die Entwicklungs- und Erprobungsmöglichkeiten von Schaummitteln und -geräten sowie -anlagen für Hersteller und Feuerwehren sichergestellt sein. Schaummitteln enthalten wassergefährdende Stoffe. Zur Erzeugung von Schaum werden Schaummittel als wässrige Lösung in hoher Verdünnung (in der Regel 2-60 / 100) verwendet. Übungen und Erprobungen sind nach Schaummittelmenge und Übungshäufigkeit auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken. Dabei ist folgendes zu beachten:
In Wasserschutzgebieten und im Grundwassereinzugsgebiet von öffentlichen und privaten Trinkwassergewinnungsanlagen müssen Löschübungen und Erprobungen mit Schaum unterbleiben.
Im Zuflußbereich von und auf Oberflächengewässern sowie in sonstigen, wasserwirtschaftlich empfindlichen Bereichen wie Vorbehaltungsgebieten für die öffentliche Wasserversorgung, Karstgebieten, Gebieten mit flurnahem Grundwasser, Überschwemmungsgebieten und Feuchtbiotopen, sollen Übungen und Erprobungen mit Schaum unterbleiben.
Der Einsatz von Schaummitteln für Löschvorführungen ohne Übungs- und Erprobungscharakter muß aus Gründen des Gewässerschutzes unterbleiben. Schaummittel sollen auf befestigten Flächen mit Ablauf zu biologischen Kläranlagen zum Einsatz kommen. Eine Beeinträchtigung biologischer Kläranlagen ist bei Vorliegen eines Verdünnungsverhälnisses "Schaumabwasser (Schaummittel Wassergemisch) zu Kläranlagengesamtzulauf" von mindestens 1:250 nicht zu erwarten. Die Zustimmung des Kläranlagenbetreibers ist einzuholen.
Die Verwendung von Schaummitteln, bei der die vorgenannten vier Absätze nicht einzuhalten sind, bedarf der Zustimmung der zuständigen Wasserbehörde.

Trockenlöschpulver
Beim Üben oder Erproben des Löschmittels Pulver sind die nachfolgenden Empfehlungen des Beirats "Lagerung und Transport wassergefährdender Stoffe" zu beachten:
Zweck dieser Empfehlung ist es, bei Löschmitteln und Pulverlöschgeräten sowie der Ausbildung zum Umgang mit Feuerlöschern die Belange des Umweltschutzes, insbesondere des Gewässerschutzes und der menschlichen Gesundheit, sicherzustellen.
Übungen und/oder Erprobungen unter Verwendung des Feuerlöschmittels Pulver gemäß DIN 14275, DIN EN 615 und ISO 7202, im weiteren kurz Löschpulver genannt, sind hinsichtlich einer umfassenden Ausbildung von Anwendern für die Entwicklung und Erprobung von neu- und weiterentwickelten Löschpulvern sowie für die Überprüfung vorhandener Gerätesysteme bzw. die Erprobung neu- und weiterentwickelter Feuerlöschgeräte unverzichtbar.
Bei der Anwendung von Löschpulvern im vorgenannten Sinne ist von folgenden Grundsätzen auszugehen:
Erfolgen Übungen und Erprobungen derart, daß sie in ortsfesten Einrichtungen oder auf speziellen Grundstücken durchgeführt werden, so sind die nachgenannten Anforderungen, wie sie im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) festgelegt sind, zu beachten. Derartige Erprobungen dürfen demnach nur so durchgefürt werden, daß "schädliche" Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen oder Geräusche verhindert werden, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind, nach dem Stand der Technik unvermeidbare schädliche Umwelteinwirkungen auf ein Mindestmaß beschränkt werden und die bei Betrieb der Anlage entstehenden Abfälle (Brandrückstände, Löschmittelrückstände) ordnungsgemäß beseitigt werden können. In Wasserschutzgebieten und Grundwassereinzugsgebieten von öffentlichen und privaten Trinkwasseranlagen hat die Durchführung von Übungen und Erprobungen unter Verwendung von Löschpulver zu unterbleiben.
Der Einsatz von Löschpulver bei Löschvorführungen ohne Übungs- und Erprobungscharakter hat aus Umweltschutzgründen zu unterbleiben.
Übungen mit Löschpulver müssen auf einem befestigten Untergrund durchgeführt werden.
Für Übungen und/oder Erprobungen mit Löschpulver sollte bezüglich der Flüssigkeitsbrandobjekte (Brandklasse B) bleifreies Benzin (Vergaserkraftstoff, Siedgrenzenbezin u. ä.) oder Heptan und bezüglich der Feststoffbrandobjekte (Brandklasse A) unbehandeltes, abgelagertes und trockenes Holz (Fichte, Kiefer, u. ä.) eingesetzt werden. Für die Entzündung der Holzübungsbrände sollten vorgenannte brennbare Flüssigkeiten eingesetzt werden. Die Auswahl der Prüf- bzw. Übungsobjekte sollte unter Beachtung der DIN EN 3, Teil 1 oder anderer geltender Vorschriften erfolgen (z. B. Technische Lieferbedingungen der Bundeswehr, bzw. internationale Normen). Bei Übungen und/oder Erprobungen mit Löschpulver, bei denen brennbare Flüssigkeiten als Brandstoff oder zur Entzündung anderer Brandstoffe eingesetzt werden, dürfen derartige Versuche nur unter Einsatz flüssigkeitsdichter Auffang- bzw. Brandwannen durchgeführt werden. Ein Verspritzen des Brandgutes ist zu vermeiden. Die Verantwortung für die Vorbereitung von Übungen und / oder Erprobungen ist fachkompetenden Personen aus dem Kreise der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren, Sachkundigen nach DIN 14406 oder vergleichbarer Qualifikation zu übertragen. Beim Umgang mit Löschpulver im Rahmen der in dieser Empfehlung angeführten Einsatzgebiete ist trotz nachgewiesener Ungiftigkeit ein Kontakt mit Körperschleimhäuten (Auge, Mund, Atemwege u. a.) durch geeignete Maßnahmen weitestgehend zu vermeiden. Bei der Anwendung von Löschpulver ist die Windrichtung zu beachten. Ferner sollten die auf Feuerlöschern befindlichen Piktogramme und Anwenderhinweise der Hersteller beachtet werden.
Nach Beendigung der Übung und / oder Erprobung sind die Pulvermengen durch geeignete Mittel und Methoden wieder aufzunehmen. Dies kann z. B. durch Zusammenkehren erfolgen.
Bei der Entsorgung müssen die im Abfallschlüssel der TA Abfall (Nr. 39905) gegebenen Hinweise beachtet werden. Nicht verbrauchte ABC-Löschpulverreste können über die Gerätehersteller einer anderweitigen Verwertung zugeführt werden. Je nach Verwendungszweck (Brandklasse) enthalten Löschpulver hydrophobierte Salze in unterschiedlicher Zusammensetzung. Häufig verwendete Salze sind:
  • Monoammoniumphosphat
  • Ammoniumsulfat
  • Natriumhydrogencarbonat
  • Natriumchlorid
Auskunft zur Deponierung von verschmutzten Löschpulverresten erteilen die zuständigen Landesbehörden, wie z. B. Kreisverwaltungen oder Bezirksregierungen, bzw. die mit der Abfallentsorgung betrauten Zweckverbände.

Kohlenstoffdioxid
Kohlenstoffdioxid gilt als das sauberste und umweltfreundlichste Löschmittel.
Zunehmend wird es deshalb als Ersatzprodukt für Halone eingesetzt. Kohlenstoffdioxid wird zu Löschzwecken nicht synthetisch hergestellt, sondern aus der Luft gewonnen, da es in ausreichendem Maße vorhanden ist. Somit ist die Diskussion wegen des Treibhauseffektes für dieses Löschmittel hinfällig.
Bei Beachtung entsprechender Vorsichtsmaßnahmen, z. B. beim Einsatz der stationären Anlagen in geschlossenen Räumen die Vorwarnzeit beachten, Räume verlassen und nach der Verwendung lüften, bestehen hinsichtlich des Einsatzes, der Übung, der Lagerung und der Entsorgung keinerlei Bedenken.

Halone
Nach der Verordnung zum Verbot von bestimmten, die Ozonschicht abbauenden, Halogenkohlenwasserstoffen (FCKW-Halon-Verbots-Verordnung) vom 06. Mai 1991 dürfen Feuerlöscher und stationäre Löschanlagen mit dem Löschmittel Halon ab dem 31.12.1993 auch von den Feuerwehren nicht mehr verwendet werden.


Quelle:
Nassauischer Feuerwehrverband